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Inhaltsbereich

Betreuung

Manche Menschen können wegen einer Behinderung oder im Alter ihre Angelegenheiten teilweise nicht selbst besorgen. Sie können dann beim Betreuungsgericht einen Betreuer beantragen. Der Betreuer soll ihnen helfen in finanziellen Angelegenheiten, Wohnungsangelegenheiten oder anderen formellen Dingen. Zum Beispiel auch dann, wenn man sein Recht auf Bestimmung des Wohnortes oder andere Rechte in Anspruch nehmen will.

Bei der Auswahl des Betreuers muss das Gericht folgende Rangfolge einhalten:

  • eine Person, die der Betroffene selbst vorschlägt
  • Ehegatte, Lebenspartner, Eltern oder Kinder
  • Verwandte oder Bekannte (zum Beispiel auch gehörlose Freunde mit Gebärdensprache)
  • andere ehrenamtliche Betreuer, Betreuerinnen (zum Beispiel vom Schwerhörigen- oder Gehörlosenverein)
  • Berufsbetreuer, Betreuungsverein oder Betreuungsbehörde.

Das Betreuungsgericht kann den Vorschlag des Betroffenen nur ablehnen, wenn der Vorschlag für den Betroffenen nicht gut ist. Diese Entscheidung muss begründet werden. Man kann dagegen Rechtsmittel einlegen - wie gegen alle Gerichtsentscheidungen.

Mitarbeiter des Heimes oder des Krankenhauses, in dem der Betreute wohnt, können nicht zum Betreuer bestellt werden, auch wenn die betreute Person das ausdrücklich wünscht. Dadurch soll verhindert werden, dass die Interessen der Einrichtung und die Wünsche der Betreuten in Konflikt geraten (§ 1897 Absatz 3 BGB).

Als Vorsorge kann man eine Betreuungsverfügung machen und einen Beistand beauftragen. Darin kann man einen Betreuer vorschlagen für Notfälle, wenn unerwartet schnell ein Betreuer bestellt werden muss, zum Beispiel bei einem Unfall oder einer Einweisung ins Krankenhaus.

Das Betreuungsgericht kann auch von Amts wegen einen Betreuer bestimmen. Dagegen kann man Widerspruch einlegen: Das Gericht darf keinen Betreuer gegen den freien Willen eines erwachsenen Menschen bestellen. Seine Rechte als Mensch mit Behinderung sollte man gut kennen(-lernen). Mehr dazu: Behindertenrecht.

Gesetze

Bürgerliches Gesetzbuch BGB §§ 1896 ff.

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