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Das EGSB-Projekt sucht „erfolgreiche gehörlose und schwerhörige Menschen im Beruf“.

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Werkstatt für hörgeschädigte Menschen in Osnabrück

In der Werkstatt für hörgeschädigte Menschen in Osnabrück arbeiten viele Menschen mit einer Hörschädigung und zusätzlichen Beeinträchtigungen. Diese Menschen können nicht oder noch nicht auf dem normalen Arbeitsmarkt arbeiten.

Sie arbeiten in den Arbeitsbereichen Großküche, Wäscherei, Gartenbau, Montage und Verpackung. Außerdem arbeiten zwei Arbeitsgruppen außerhalb der Werkstatt: eine Gruppe für Kunststoffrecycling und eine Gruppe, die eine Spülküche in einem Altenheim in Osnabrück betreibt.

Im Jahr 2006 haben 165 Menschen mit Behinderung in der Werkstatt gearbeitet, die Werkstatt kann insgesamt 190 Menschen beschäftigen.

Wie kommt man in die Werkstatt?

1. Bewerbung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

  • Der hörgeschädigte Mensch bewirbt sich selbst.
  • Eltern, Lehrer oder Betreuer melden einen hörgeschädigten Menschen an.
  • Die Arbeitsagentur schickt eine Bewerbung.
2. Aufnahmegespräch

Die Mitarbeiter der Werkstatt und der hörgeschädigte Mensch kommen zu einem Gespräch zusammen. Dabei können sich alle kennenlernen. Meistens kommen auch Mitarbeiter der Karl-Luhmann-Wohnheime zu diesem Gespräch, weil die meisten Beschäftigten in dem Wohnheim wohnen.

3. Finanzierung klären

Meistens bezahlen die Agentur für Arbeit, die Sozialämter oder Versicherungsanstalten die Kosten.

4. Eingliederungsplan

Die Mitarbeiter und der behinderte Mensch machen gemeinsam einen Eingliederungsplan. In dem Eingliederungsplan steht, welche Bildungsangebote der Beschäftigte nutzen soll und in welchen Arbeitsbereichen er eingelernt werden soll. Später wird dieser Bericht weitergeschrieben. So kann man immer die Entwicklung mit den Zielen vergleichen.

Berufliche Bildung in der Werkstatt

Nach einer Probezeit von 3 Monaten überlegen alle gemeinsam: Ist die Werkstatt der richtige Arbeitsplatz? Oder ist die Arbeit in der Werkstatt zu einfach oder zu schwierig?
Nach der Probezeit beginnt die berufliche Bildung. Sie dauert zwei Jahre. In dieser Zeit lernen die Beschäftigten verschiedene Arbeitsbereiche kennen. Es gibt Unterricht und Angebote für die Freizeit.
Nach den zwei Jahren berufliche Bildung entscheiden der hörgeschädigte Mensch und seine Betreuer gemeinsam, in welchem Arbeitsbereich er arbeiten wird.

Mit einander reden ist wichtig!

Viele Menschen arbeiten in der Werkstatt für behinderte Menschen, weil ihre Hörschädigung und die anderen Behinderungen zu großen Schwierigkeiten führen können. Zu diesen Schwierigkeiten gehört zum Beispiel das Gespräch mit den Mitmenschen. Wenn eine Person nicht sagen kann, was sie möchte oder nicht möchte, kommt es oft zu Missverständnissen. Das kann sogar so weit führen, dass die hörgeschädigten Menschen psychische Probleme bekommen.
In der Werkstatt für hörgeschädigte Menschen in Osnabrück können alle Betreuer und Mitarbeiter gebärden. Sie wollen sich mit jedem Beschäftigten unterhalten können. Dann können sich die Menschen in der Werkstatt wohlfühlen und haben weniger psychische Probleme.

Selbstständigkeit ist das Ziel

Neben der Gebärdensprache spielt auch die Visualisierung eine wichtige Rolle. Visualisierung bedeutet, dass alle Schilder, Aufgaben oder Hinweise auch in Bildern dargestellt werden. Mit Fotos, Bildern und Symbolen können auch die Menschen Schilder verstehen, die nicht lesen und schreiben können. Dann können die Beschäftigten viel selbstständiger sein.

Angebote neben der Arbeit

Auch während der Arbeitszeit können die Beschäftigten an interessanten Angeboten teilnehmen. Das sind zum Beispiel Schwimmen, Theater, Klangmassage, Lesen und Schreiben oder Sicherheitstraining. Jeder Beschäftigte kann selbst aussuchen, was er besuchen möchte. Alle Angebote sind mit Bildern und Zeichnungen in einem Heft aufgeschrieben. Auch wer nicht lesen kann, kann selbst wählen.

Die Werkstatt für hörgeschädigte Menschen in Osnabrück möchte für alle hörgeschädigten Menschen mit zusätzlichen Behinderungen eine Kommunikation finden. Nur so können die Beschäftigten selbstständiger werden und selbstbestimmter leben.

Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite der Werkstatt für hörgeschädigte Menschen Osnabrück.

Quelle

Pack, Veronika; Kirschbaum, Susanne: Werkstatt für hörgeschädigte Menschen in Osnabrück. In: hörgeschädigte kinder, 2/2006, S. 74-75

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