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Projektunterricht in der Sekundarstufe I

Jedes Jahr findet in der Margarethe-von-Witzleben-Schule in Berlin eine Projektwoche statt. Drei Tage lang können die Schüler ein Thema gründlich bearbeiten. Das Thema verbindet verschiedene Unterrichtsfächer. In dem Artikel wird ein Projektunterricht der Jahrgangsstufe 7 vorgestellt.

Zur Kurzfassung dieses Artikels.

In dieser Jahrgangsstufe lernen 12 hörgeschädigte Schüler und Schülerinnen mit unterschiedlichen Lern- und Hörvoraussetzungen.

  • 4 Schüler lernen nach dem Bildungsplan der Hauptschule.
  • 8 Schüler lernen nach dem Lehrplan der Realschule.
  • 2 Kinder haben eine auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung.
  • Ein Schüler hat ein CI.
  • Die anderen Kinder sind leicht- bis hochgradig schwerhörig und tragen Hörgeräte.

Ablauf der Projekttage

Jeder Tag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück. Dabei besprechen alle den Tag.
Nach dem Frühstück treffen sich die Kinder in Arbeitsgruppen. Jede Arbeitsgruppe hat einen Gruppenleiter. Das ist ein Schüler, an den sich die Gruppe mit Fragen und Problemen wenden soll. Erst wenn die Gruppe keine Lösung findet, kann sie eine Lehrerin fragen.
Am Ende jedes Projekttages treffen sich alle wieder zu einer Gesprächsrunde. Sie berichten aus ihren Arbeitsgruppen. Wenn es Probleme gab, dann sprechen sie darüber, was sie am nächsten Tag besser machen möchten. So wissen alle über alles Bescheid.

Projektthema: „Wir präsentieren“

Für eine Präsentation muss man als erstes Informationen sammeln, dann das Wichtige zusammenfassen und überlegen, wie man es vorstellt. Man muss auch mit Hilfsmitteln arbeiten: im Internet Informationen suchen, mit WORD Texte schreiben, mit einem Drucker Texte ausdrucken, Inhalte auf einem Plakat zusammenfassen.

Thema der Präsentation war „Sagen“ aus dem Lehrplan-Bereich „Lesen - mit Texten und Medien umgehen“. Dabei sollen die Schüler lernen:

  • Eine Handlung verstehen
  • Veränderungen in der Handlung oder bei Figuren entdecken
  • Textstellen nachspielen oder gestalten (zeichnen, malen, bauen)
  • Informationen zu dem Text suchen (in anderen Büchern oder dem Internet)
  • Texte anders erzählen, zum Beispiel ein Drehbuch schreiben

Alle Aufgaben sollen an die Bedürfnisse der hörgeschädigten Schüler angepasst sein. Sie sollen viele Sinne einbeziehen und Partnerarbeit fördern. Sie sollen die Artikulation fördern und den Wortschatz erweitern. Und die Schüler sollen Spaß am Lernen und Sprechen haben.

Es gibt Aufgaben in zwei Schwierigkeitsstufen:

Einfachere Aufgaben
  1. Suche die Internetseite http://www.udoklinger.de/Deutsch/Sagen/Inhalt.htm
  2. Lies die Anfänge der folgenden Sagen:
    Rübezahl, Der starke Zwerg auf dem Kyffhäuser und 5 weitere
  3. Schreibe auf, welche Orte in den Sagen genannt werden!
  4. Suche diese Orte im Atlas!
  5. Schreibe kleine Schildchen mit den Namen der Sagen!
    Schreibe die Schildchen mit WORD auf dem Computer!
Schwierigere Aufgaben
  1. Suche die Internetseite http://www.zum.de/Faecher/Materialien/dittrich/Sagenwelt/arten_und_kennzeichen_von_sagen.htm
  2. Schreibe die Arten der Sagen heraus!
  3. Ergänze aus dem Wörterbuchtext zu jeder Sagenart die Bedeutung in Stichpunkten. Schreibe zu jeder Sagenart einige Beispiele auf.
  4. Schreibe die Merkmale der Sagen mit WORD auf dem Computer!

Nach diesen Aufgaben gestalteten die Schüler Plakate für die Präsentation.

Abschluss des Projektes: Theaterstück

Die Schüler üben als Abschluss zu den Projekttagen eine Sage als Theaterstück ein. Die einzelnen Schritte sind:

  1. Die Schüler sehen sich den Text an. Er ist in altdeutscher Schrift geschrieben.
  2. Deshalb liest eine Lehrerin den Text vor.
  3. Die Klasse spricht über die Sage.
  4. Alle überlegen, wie man die Sage als Theater nachspielen könnte. Sie suchen die Rollen aus, überlegen sich Kostüme und schreiben den Text um.
  5. Die Schüler üben die Rollen. Es ist nicht einfach, sich so gut zu konzentrieren. Außerdem muss die Aussprache (Artikulation) gut sein, damit Zuschauer den Text verstehen.
  6. Die Schüler und Schülerinnen führen das Theaterstück zwei Wochen später beim Tag der offenen Tür auf.

Ergebnis

Oft wird gesagt, dass hörgeschädigte Kinder bei der Projektarbeit nicht so viel lernen. Sie wären überfordert, weil sie so viel allein entscheiden sollen. Außerdem wäre es durch die Gruppenarbeit zu laut, sie könnten sich nicht konzentrieren.
Am Anfang war es wirklich sehr schwierig. Die Schüler wollten lieber Hilfe von den Lehrerinnen als von ihrem Gruppenleiter. Doch sie haben sich schnell auf die neue Situation eingestellt. Am Ende haben alle konzentriert gearbeitet. Jeder wollte helfen, damit die Präsentation gut wird.
Die Lehrerinnen fanden vor allem die Gesprächsrunden am Ende von jedem Tag sehr wichtig. Jeder Schüler lernte, seine eigene Arbeit zu beurteilen und kritisch zu sein. Das hat viele Schüler motiviert.

Insgesamt haben die Schüler sehr viel gelernt über Sagen, über Präsentieren und über gemeinsames Arbeiten.

Quelle:

Föhse, Christiane; Kirschnikok, Roswitha (1008): Wir präsentieren - Projektunterricht in der Sekundarstufe I. In: hörgeschädigte kinder, Jahrgang 45, 1, Seite 33 - 36

Hier können Sie eine Kurzfassung lesen.

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