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Arbeitsassistenz

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Schwerbehinderte Menschen haben Anspruch auf Arbeitsassistenz, wenn sie einen Beruf ausüben und dafür die Hilfe eines anderen Menschen brauchen. Wenn zum Beispiel der Arbeitsplatz nicht gut für den behinderten Menschen gestaltet ist oder wenn der Arbeitgeber nicht genügend Unterstützung gibt, dann hat man Anspruch auf eine Arbeitsassistenz.
Arbeitsassistenz ist eine direkte Unterstützung am Arbeitsplatz durch eine Person, die man selbst beauftragt hat. Arbeitsassistenz bedeutet aber nicht, dass ein anderer die Arbeit erledigt, sondern die Arbeitsleistung muss der schwerbehinderte Mensch selbst erbringen. Er bekommt dabei nur Hilfe.

Die Arbeitsassistenz muss regelmäßig notwendig sein und umfasst einen längeren Zeitraum. Sie ist Teil der Begleitenden Hilfen im Arbeitsleben.

Der schwerbehinderte Arbeitnehmer stellt die Assistenzkraft selbst ein oder er beauftragt einen Anbieter von Assistenzdienstleistungen.

Wer bekommt Arbeitsassistenz?

Folgende Personengruppen können Arbeitsassistenz beantragen:

  • Abhängig Beschäftigte auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bei Arbeitsverhältnissen ab 15 Stunden in der Woche
  • Selbstständige
  • Auszubildende
  • Umschülerinnen und Umschüler
  • Praktikanntinnen und Praktikanten (bei Praktika über 8 Wochen im Rahmen von Ausbildung, Weiterbildung und Umschulung)

Wer bezahlt die Arbeitsassistenz?

Arbeitsassistenz ist eine Geldleistung an schwerbehinderte Menschen. Ansprechpartner für die Kosten der Arbeitsassistenz sind die Rehabilitationsträger, die Agentur für Arbeit oder das Integrationsamt. Man bekommt nach Prüfung des Einzelfalles das persönliche Budget.

Statt eines persönlichen Budgets für den schwerbehinderten Menschen, können die Kosten für die persönliche Arbeitsassistenz auch über Leistungen zur Abdeckung außergewöhnlicher Belastungen gedeckt werden, die der Arbeitgeber erhält.

Arbeitsassistenz für Menschen mit einer Hörbehinderung

Arbeitsassistenz für hörgeschädigte Menschen bedeutet vor allem Hilfe bei der Kommunikation. Die Arbeitsassistenz unterstützt hörbehinderte Menschen bei Absprachen mit Kunden und Kollegen und auch beim Telefonieren. Die Assistenzkraft dolmetscht dann zum Beispiel Gespräche in Gebärdensprache.

Eine besondere Art der Assistenz für gehörlose Menschen sind die Bildtelefon-Dolmetschdienste Telesign und TeSS.

Hörbehinderte Menschen mit Zusatzbehinderung

Bei Hörbehinderten mit Körperbehinderung, die noch zusätzlich auf den Rollstuhl angewiesen sind, kann die Assistenzkraft zum Beispiel bei verschiedenen Bürotätigkeiten helfen und auch bei geschäftlichen Außenterminen als Begleitperson mitgehen.

Mehr dazu

Handbuch Arbeitsassistenz (pdf)

Seminare über Arbeitsassistenz in Gebärdensprache

Ausbildung

Es gibt jetzt auch eine Ausbildung zum Kommunikationsassistenten, Kommunikationsassistentin für Arbeitsassistenz bei Menschen mit Hörbehinderung in Essen: www.inikab.de

Gesetze

Die rechtlichen Bestimmungen für Arbeitsassistenz findet man im Sozialgesetzbuch SGB 9 und in der SchwbAV:
§ 9 SGB 9 – Wunsch- und Wahlrecht der Leistungsberechtigten
§ 17 Abs. 1 Nr. 4 und Abs. 2-3 SGB 9 – Ausführung von Leistungen, persönliches Budget
§ 33 Abs. 8 Satz 2 – Durchführung der Leistungen zur Arbeitsassistenz durch Integrationsamt
§ 33 Abs. 8 Nr. 3 SGB 9 – Arbeitsassistenz, um einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz zu erlangen
§ 33 Abs. 3 Nr. 6 SGB 9 und § 21 4 i.V.m. § 17 Abs. 1a SchwbAV – Arbeitsassistenz zur Aufnahme oder Sicherung einer wirtschaftlich selbständigen Existenz
§ 102 Abs. 4 SGB 9 – Übernahme der Kosten für Arbeitsassistenz durch die Integrationsämter
§ 27 SchwbAV – Leistungen an Arbeitgeber zur Abdeckung außergewöhnlicher Belastungen

Quellen

ABC Behinderung und Beruf, Handbuch für die betriebliche Praxis, Universum Verlag GmbH & Co, Wiesbaden, 2005
Handbuch Arbeitsassistenz, Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung – BAG UB e.V., Hamburg 2005

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