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Untertitelung

Hörbehindertenverbände fordern schon seit 30 Jahren Untertitelung für alle Fernsehsendungen. Seit 1980 gibt es Videotext-Untertitel. Man kann sie wahlweise hinzuschalten. Aber nur 10,3% der Sendungen haben diese Untertitelung. (Stand April 2009). Zum Vergleich: Die BBC untertitelt ihr gesamtes Programm. Untertitelung ist machbar! Inzwischen sind neue gesetzliche Grundlagen in Deutschland geschaffen worden:

Am 1. Juni 2009 ist der 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag in Kraft getreten.
In §3 (Allgemeine Grundsätze) heißt es:

"Die Anbieter nach Absatz 1 Satz 1 sollen über ihr bereits bestehendes Engagement hinaus im Rahmen ihrer technischen und finanziellen Möglichkeiten barrierefreie Angebote vermehrt aufnehmen."

Die hörbehinderten Menschen fordern: Nicht sollen, sondern müssen!

"Sollen wir weitere 30 Jahre warten, bis der Anteil auf 20% gestiegen ist ? Wir sagen NEIN und fordern eine Untertitelungspflicht im Rundfunkstaatsvertrag. Die Untertitelung muss innerhalb 10 Jahren auf 100 % steigen! Da Rundfunk Ländersache ist, haben die Hörgeschädigten-Verbände Anfang Juni 2009 in allen Bundesländern einen entsprechenden Petitionsantrag eingereicht."
(Zitat aus einem Rundbrief vom Juli 2009)

Wer Rundfunk- und Fernsehgebühren zahlt, soll auch hören und sehen können!

Schwerbehinderte mit dem Merkzeichen RF, darunter Schwerhörige, Ertaubte und Gehörlose, waren bisher von den Rundfunkgebühren befreit. Das wird anders: Nach der neuen Rundfunkgebührenordnung sollen sie ab 2013 ein Drittel der monatlichen Normalgebühr (also 6 € pro Monat) zahlen.

Der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V., die Deutsche Gesellschaft der Hörgeschädigten- Selbsthilfe und Fachverbände e.V. sowie der Deutsche Schwerhörigenbund e.V. haben dazu am 01.08.2010 eine Erklärung abgegeben. Sie sind unter bestimmten Voraussetzungen bereit, dieser Absicht zuzustimmen:

Folgende Forderungen müssen dazu bis 2013 erfüllt werden:
  • Schrittweise Erreichung einer Quote von 100% Untertitel für alle Fernsehsendungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zwischen 6 Uhr früh und 2 Uhr nachts.
  • Schrittweise Erreichung einer Quote von 5% Gebärdenspracheinblendungen, die nicht zur Einschränkung des Untertitelangebots führen darf.
  • Eine von Hintergrundgeräuschen ungestörte Tonqualität bei Fernsehen und Rundfunk, so dass die Sprachverständlichkeit für schwerhörige Menschen sichergestellt wird.
  • Das Wochenmagazin „Sehen statt Hören" muss in Umfang und Häufigkeit auch bei Ausbau der Barrierefreiheit unangetastet bleiben.
  • Der unverzüglich beginnende Ausbau des barrierefreien Angebots mit zeitlichen Vorgaben und entsprechender Zweckbindung der Mehreinnahmen müssen in den Rundfunkstaatsverträgen der Länder festgeschrieben werden.
  • Zudem müssen die Mittelverwendung und die tatsächlich erreichte Barrierefreiheit durch die Hörbehindertenverbände nachprüfbar sein. Die privaten Fernsehsender sind durch die Rundfunkstaatsverträge der Länder zu verpflichten, ebenfalls Maßnahmen zur Barrierefreiheit durchzuführen.
  • Weitere Details, wie z.B. die Einbeziehung der Hörbehindertenverbände in die Rundfunkkommissionen der Länder oder die Bildung von Arbeitsgruppen mit Beteiligung der Hörbehindertenverbände in den jeweiligen Sendern zur Konkretisierung der Barrierefreiheit, sind in den Vereinbarungen mit den zuständigen Landesverbänden der unterzeichnenden Hörbehinderten- Bundesverbände vorzusehen.
  • Die unterzeichnenden Hörbehindertenverbände fordern die Rundfunkkommissionen der Länder auf, mit dem neuen Rundfunkgebührenmodell die gesetzlichen Voraussetzungen für ein barrierefreies Fernsehen entsprechend der UN-Konvention der Rechte von Menschen mit Behinderungen nach Art. 21 und Art. 30 zu schaffen.

Leserbewertung: sehr hilfreich (Anzahl der Bewertungen:4)

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2 Kommentare

  • 1) Aktualität

    Autor(in): cb

    „Kompliment, sehr aktuell! Hoffentlich werden die Forderungen durchgesetzt.”

  • 2) Danke!

    Autor(in): Dr. Strauß

    „Wir können Ihr Lob gut gebrauchen!
    DHCS”

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