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Schwerhörigkeit als kritisches Lebensereignis

Kurzfassung zu einem Artikel von Dr. Paul Heeg in der Zeitschrift "Hörgeschädigte Kinder"

Über den Autor

Dr. Paul Heeg arbeitet in Rendsburg in einer Reha-Klinik für hörgeschädigte Menschen. In dem Artikel berichtet er über seine Arbeit und über die Probleme mit einer Schwerhörigkeit. Weil die Schwerhörigkeit viele Probleme machen kann, nennt Paul Heeg sie "ein kritisches Lebensereignis".

Wer besucht die Reha-Klinik in Rendsburg?

In Rendsburg suchen viele schwerhörige Menschen Hilfe. Manche sind seit ihrer Geburt schwerhörig, andere wurden erst später schwerhörig, zum Beispiel durch eine Krankheit oder einen Unfall. Alle haben sehr unterschiedliche Probleme und gehen unterschiedlich mit der Schwerhörigkeit um.
Menschen, die seit ihrer Geburt schwerhörig sind, kennen es nicht anders. Für sie ist es normal, nicht gut zu hören. Bei Menschen, die erst später schwerhörig wurden, ist das anders. Sie wissen, wie es ist, wenn man hört. Viele vermissen das und werden deshalb sehr traurig. Trotzdem haben alle schwerhörigen Menschen auch ähnliche Probleme. Dazu gehört zum Beispiel das Gespräch mit anderen Menschen.

Warum besuchen schwerhörige Menschen die Reha-Klinik?

Hörende und die Probleme schwerhöriger Menschen

Für die meisten schwerhörigen Menschen ist es schwierig, Gespräche zu verstehen, besonders wenn es Nebengeräusche gibt. Hörende Personen können diese Probleme oft nicht verstehen. Sie sagen zum Beispiel "Warum weißt du das nicht? Ich habe es Dir doch gesagt". Manchmal fragen die schwerhörigen Menschen nach, wenn sie etwas nicht verstanden haben. Dann sagen viele hörende Menschen "Das war nicht so wichtig!". Das ist ganz schön ärgerlich!

Schwerhörig sein bedeutet nicht, alles leiser zu hören. Man hört anders.
In 2 Beispielen wird gezeigt, wie Musik oder gesprochene Sprache für schwerhörige Menschen klingt.
Mit diesem Link können Sie es ausprobieren.

Absehen und Gespräch

Auch wenn die hörenden Menschen Rücksicht nehmen, bleibt das Gespräch sehr anstrengend. Viele Menschen denken, man kann alle Wörter "vom Mund absehen". Das stimmt aber nicht. Man kann nur sehr wenig absehen. Den Rest muss man erraten. Oft gibt es auch Missverständnisse. Der schwerhörige Mensch versteht dann etwas ganz anderes. Viele schwerhörige Menschen werden unsicher, weil sie nie wissen, ob sie alles richtig verstanden haben. Sie denken, es ist ihre Schuld, wenn sie etwas nicht wissen.

Probleme in Gruppen

Noch schwieriger ist das Gespräch in Gruppen. Der schwerhörige Mensch weiß oft nicht gleich, wer spricht. Außerdem sprechen hörende Menschen oft durcheinander. Der schwerhörige Mensch kann aber nur etwas verstehen, wenn nur eine Person spricht.

Deshalb gehen viele Schwerhörige nicht mehr in Gruppen. "Dann habe ich auch nicht das Gefühl, nichts zu verstehen", sagen sie. Sie bleiben lieber alleine. Sie gehen nicht mehr zu Partys oder anderen Treffen.
Aber immer alleine sein macht auch traurig.
Schwerhörige Menschen müssen also auch mit Alleinsein und Traurigkeit kämpfen.

Angebote und Hilfen der Reha-Klinik in Rendsburg

In der Reha-Klinik gibt es Ärzte und Therapeuten, von denen manche selbst schwerhörig sind. Sie kennen dann die Probleme aus eigener Erfahrung. Außerdem lernen die schwerhörigen Patienten in Rendsburg andere Schwerhörige kennen. Sie können über ihre Erfahrungen und Probleme sprechen und erfahren, wie andere mit der Schwerhörigkeit umgehen.

Hilfen in der Reha-Klinik

Die Reha-Klinik bietet viele Hilfen für den Beruf und den Alltag. Welche Hilfe für den jemanden richtig ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Beispiele:

1. Technische Hilfen

Akustiker und andere Technik-Fachleute prüfen die Hörgeräte. Sie beraten die Patienten, ob sie mit einem anderen Hörgerät vielleicht besser hören können. Sie überlegen auch, ob es andere Zusatzgeräte helfen, zum Beispiel eine FM-Anlage. In der Beratung lernen die schwerhörigen Menschen auch, wie sie diese Technik verwenden.

2. Absehen

Auch wenn man nicht alles vom Mund absehen kann, gibt es Tipps, damit man mit Absehen besser verstehen kann. In einer Gruppe mit anderen schwerhörigen Menschen kann man das Absehen üben.

3. Gebärdensprache

Man kann die Gebärdensprache kennen lernen und auch Kurse in Gebärdensprache machen. Für viele schwerhörige Menschen sind einzelne Gebärden oder die Gebärdensprache sehr hilfreich.

4. Hörtaktik

In dem Kurs Hörtaktik lernen schwerhörige Menschen Regeln für ein gutes Gespräch. Sie lernen, wie die Situation sein muss, damit sie besser hören können. Sie lernen, das Licht gut zu nutzen. Der Gesprächspartner muss so stehen, dass der schwerhörige Mensch sein Gesicht und den Mund gut sehen kann.
In Hörtaktik lernen schwerhörige Menschen also, was man ändern kann, damit ein Gespräch besser wird.

5. Gespräche mit Fachleuten und anderen Betroffenen

Diese Gespräche können gegen die Traurigkeit und die Unsicherheit helfen. Es ist wichtig, über die Probleme zu sprechen. Dann kann man gemeinsam nach Lösungen suchen. Oft findet man gemeinsam schneller eine Lösung als alleine. Trotzdem ist es wichtig zu wissen, dass es nicht für alle Menschen die gleichen Lösungen gibt.

Die Reha-Klinik findet die richtigen Hilfen

Diese fünf Angebote sind sehr unterschiedlich. Man muss genau schauen, was jeder Mensch braucht, was er schon kann und was er lernen kann. Dann kann man jedem die richtigen Hilfen geben, damit er seinen Alltag gut schaffen kann.

Quelle

Paul Heeg (2007) Schwerhörigkeit als Lebenserschwernis - Problembeschreibung und Lösungsansätze der Rehabilitation in Rendsburg. In: Hörgeschädigte Kinder, 44. Jg., 1, S. 27-29.

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