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Selbstständig als Steinmetz

Marco ist von Geburt an gehörlos. Deshalb wurde er zunächst in eine Schule für schwerhörige und gehörlose Kinder eingeschult. Nach zwei Jahren wechselte er auf eine Regelschule und machte schließlich auf der Realschule seine Fachoberschulreife.

Ausbildung und Beruf

Marco wollte auf jeden Fall ein Handwerk lernen. Zunächst machte er ein Praktikum bei einem Schreiner und Stuckateur. Dabei merkte er, dass ihm die Arbeit als Steinmetz doch mehr Spaß machte. Diesen Beruf kannte er von seinen Eltern.

Seine Eltern hatten einen Steinmetz-Betrieb, aber Marco lernte lieber in einem fremden Betrieb. Hier konnte er sich gut integrieren und hatte nur Schwierigkeiten, wenn sich die Arbeitskollegen unterhielten. Dann fehlten ihm Informationen und er machte manchmal Fehler. Aber Marco machte die Arbeit so viel Spaß, dass er sich nicht entmutigen ließ. In der Berufsschule hatte er keine Kommunikationsprobleme, da er eine Schule für Hörbehinderte besuchte.
Nach der Ausbildung blieb Marco zunächst noch einige Zeit in seinem Ausbildungsbetrieb. Danach kurz im Betrieb der Eltern. Doch um mehr Erfahrungen zu sammeln, arbeitete er drei Jahre lang als Geselle in einem Steinmetz-Betrieb, der auf den Baubereich (Treppen, Fassaden) spezialisiert war. Nun wollte Marco auch Meister werden, dann könnte er andere Gehörlose besser unterstützen. Da er die Gebärden- und die Lautsprache beherrscht, kann er auch Schulen beraten.

Die Meisterschule

Bei der Finanzierung der Meisterschule half das Integrationsamt. Marco bekam vom Integrationsamt auch einen Gebärdensprachdolmetscher, der ihn ständig im Unterricht und bei Prüfungen unterstützte. Ohne den Dolmetscher hätte Marco die theoretische Ausbildung in der Meisterschule nicht geschafft, denn die Theorie wurde überwiegend mündlich vermittelt und für Wiederholungen blieb keine Zeit. Nach zwei Jahren bestand Marco die Meisterprüfung. Nun war er Steinmetz- und Bildhauermeister.

Selbstständigkeit

Nach der Meisterprüfung trat Marco erst einmal wieder in den Betrieb seiner Eltern ein. Mit seinen Erfahrungen aus dem Baubereich erweiterte er den Betrieb, der vorher nur Grabmale herstellte. Für den neuen Geschäftsbereich stellte Marco einen gehörloser Mitarbeiter als Steinmetz ein.
Als nächstes Ziel strebte Paul die vollständige Selbstständigkeit an. Nach zwei Jahren im elterlichen Betrieb gründete er einen eigenen Betrieb. Nun hat er viele eigene Kunden und arbeitet für den elterlichen Betrieb nur noch als Subunternehmer. Der eigene Betrieb entwickelte sich so gut, dass Marco nach einem Jahr einen zweiten gehörlosen Mitarbeiter als Fliesenleger einstellte.
Generell herrscht in Marcos Betrieb ein gutes Arbeitsklima und die Mitarbeiter sind sehr motiviert. Sie fühlen sich wohl, da sie keine Kommunikationsprobleme haben. Auch der Umgang mit den Kunden ist unproblematisch, denn die Kunden schätzen die Zuverlässigkeit und Kompetenz des Handwerkbetriebs.

Quelle:

Dieser Text ist die Kurzfassung eines Vortrags von Marco Kaiser, gehalten in Köln 2006

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