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Geschichtliche Entwicklung der Integrationsämter und Integrationsfachdienste

Die Integrationsämter und Integrationsfachdienste sind Einrichtungen, die sich in den letzten Jahren mehrfach verändert haben - vor allem wegen Gesetzesänderungen.

Ursprünglich waren die Hauptfürsorgestellen für schwerbehinderte Menschen zuständig. Diese unterhielten zur Unterstützung schwerbehinderter Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in manchen Regionen spezielle psychosoziale Fachdienste. Erste Modellvorhaben wurden im Zeitraum von 1977 bis 1986 im Rheinland von der dortigen Hauptfürsorgestelle durchgeführt.

Mit der Änderung des Schwerbehindertengesetzes 1986 wurde die psychosoziale Betreuung erstmals als Aufgabe der Hauptfürsorgestellen gesetzlich geregelt.

Die Psychosozialen Dienste waren zuerst ausschließlich für die Sicherung bedrohter Arbeitsverhältnisse zuständig. Diese entwickten sich dann zu den Berufsbegleitenden Diensten und später zu den Integrationsfachdiensten. Die Integrationsfachdienste bekamen den zusätzlichen Auftrag, auch die Bundesagentur für Arbeit und die Rehabilitationsträger bei der Vermittlung von arbeitslosen behinderten Menschen und bei der Sicherung der Beschäftigung behinderter Menschen zu unterstützen.

Von 1986 bis zum 29.10.2000 wurden die Fachdienste ausschließlich von den Hauptfürsorgestellen eingerichtet. In diesem Zeitraum wurden in verschiedenen Bundesländern Modellversuche zur Unterstützung bei der Arbeitssuche und Arbeitsaufnahme durchgeführt. Im Mittelpunkt standen neben seelisch behinderten Menschen auch Übergänger aus Schulen und Werkstätten. In einzelnen Regionen wurden Modellversuche zur speziellen beruflichen Unterstützung sinnesbehinderter Menschen (Sehbehinderung/Hörbehinderung) durchgeführt. So wurden in einigen Bundesländern spezielle Fachdienste für hörbehinderte Menschen eingerichtet, in den übrigen Ländern bei den allgemeinen Integrationsfachdiensten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beauftragt, die für hörbehinderte Menschen zuständig sind.

Zum 01.07.2001 wurden für die Aufgaben des Schwerbehindertengesetzes die Integrationsämter eingerichtet und die Aufgaben der Hauptfürsorgestellen auf die Fürsorge für Opfer von Krieg und Gewalt begrenzt.

Die Organisation der Integrationsämter entwickelte sich in den folgenden Jahren regional unterschiedlich: In einigen Ländern sind örtliche Fürsorgestellen für manche Aufgaben der Integrationsämter zuständig (so Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein). In anderen Ländern sind die Integrationsämter den Landeswohlfahrtsverbänden oder kommunalen Ämtern im Sozialbereich zugeordnet, zum Beispiel in Baden-Württemberg dem Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS).

Die Integrationsfachdienste wurden in den Jahren 2001-2004 teilweise noch gemeinsam von den Integrationsämtern und den Arbeitsagenturen eingerichtet.

Seit der Änderung des Sozialgesetzbuches 9 zum 1.1.2005 stehen die Integrationsfachdienste (IFD) unter der alleinigen Verantwortung der Integrationsämter. Seitdem verringerte sich die Zahl der Integrationsfachdienste durch Zusammenlegungen von ca. 400 auf 271 im Jahr 2005 und auf 212 übergreifende Organisationeinheiten im Jahr 2009.

Seit 2004 waren die Integrationsfachdienste für die Arbeitsagenturen im Bereich der Arbeitsvermittlung tätig. Vermittlungsgutscheine der Arbeitsagenturen konnten bei den Integrationsfachdiensten eingelöst werden.

Änderungen in den Aufgabenbereichen der Integrationsfachdienste ergeben sich 2009 durch die Einführung der Unterstützten Beschäftigung im Sozialgesetzbuch 9 und durch die Neufassung der Vergabeordnung für Leistungen (VOL/A) nach § 46 SGB 3. Da die Leistungen seit April 2010 öffentlich ausgeschrieben werden müssen, geraten die zuständigen Integrationsfachdienste mit ihrer Infrastruktur in Schwierigkeiten. Die Neufassung der Vergabeordnung für Leistungen (VOL/A) bewirkt, dass die Beauftragung der IFD nach § 46 SGB 3 nicht mehr direkt, sondern nur noch im Wege der Ausschreibung möglich ist.

Die Arbeit der Integrationsfachdienste in Zahlen

Im Jahr 2005 unterstützten die IFD insgesamt 77.592 (schwer-)behinderte Menschen. Davon waren 6533 (12,8%) hörbehindert. Die Zahl der unterstützten Menschen mit Behinderung stieg von 2005 bis 2009 um 29 Prozent auf rund 100.000 Personen.

Die Anzahl der Vermittlungen war von 15% im Jahr 2001 auf 20% im Jahr 2005 gestiegen. Im Jahr 2009 betrug sie 31,7%: Das sind 7.324 Vermittlungen schwerbehinderter Menschen. Die Prozentzahlen beziehen sich immer auf alle laufenden Fälle pro Jahr.

Im Jahresbericht 2009/10 sind 7.000 Vermittlungen pro Jahr angegeben.

Im Jahr 2005 hat jeder Fachberater durchschnittlich 48 Klienten unterstützt (Beratung und berufliche Begleitung zur Sicherung / Vermittlung). Im Jahr 2009 hat jeder Fachberater durchschnittlich 61,3 Klienten unterstützt.

Quellen

Jahresbericht der Integrationsfachdienste 2005 und Jahresbericht 2009/2010 der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen www.integrationsaemter.de. Die Arbeit der Fachdienste wird bundesweit vollständig dokumentiert und ausgewertet seit der Einführung des Dokumentationssystems KLIFD (Klientendokumentation Integrationsfachdienste).

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